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Ich griff nach der Flöte mit dem Drachenmotiv, und strich mit den Fingern über die Schnitzerei. Ich konnte jedes Detail fühlen. Auch sie hatte ich von jener seltsamen Reise mitgebracht. Sie war alt. Sehr alt. Nie hatte ich versucht, ihr einen Ton zu entlocken. Warum nicht? Zum ersten Mal setzte ich die Flöte an die Lippen und hörte eine Melodie, von der ich nicht wußte, ob ich sie spielte oder ob sie nur in meinem Kopf erklang. Sie machte mich sonderbar schläfrig, benommen. Die Sonne war hinter dem Horizont verschwunden und es wurde kühl. Fröstelnd beschloß ich, mir etwas Gutes zu tun. Ein Bad in der neuen Wanne bei Kerzenlicht und einem Glas Wein?

Die Renovierung meines Badezimmers hatte viel Geld gekostet, aber eine Eckwanne mit Whirlpool und duftenden Badezusätzen war eine Investition in mein Wohlbefinden, das mir mehr bedeutet hatte, als ein fünfstelliger Betrag auf dem Konto. Es grenzte fast an ein Zeremoniell, die Duftperlen ins heiße Wasser gleiten zu lassen. Vanille, Moschus... Der Raum füllte sich mit duftendem Wasserdampf. Einen Moment lang horchte ich auf und lauschte angestrengt durch das Rauschen des einlaufenden Badewassers. Da war ein Klang... oder doch nicht? Ich sah das Bild der Drachenflöte kurz vor meinem geistigen Auge aufblitzen, dann tauchte ich in die heiße Wanne ein. Stille. Hier und da nur leises Plätschern, wenn ich mich bewegte. Duft und Wärme. Die Kerze am Fenster flackerte. Ich schloss die Augen. Wieder meinte ich jene Melodie zu hören. Und irgendetwas war anders. Ein kalter Luftzug liess mich frösteln.

Ich richtete mich auf und ... zögerte.

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