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Der Gemeine Lannacher Sauaugenschneetümmler
[lat. Oculi Porci Tummleris Nivis Lannachicus fiesis]

 

Der Name "Gemeiner Lannacher Sauaugenschneetümmler" beschreibt das Tier in höchst präziser Weise. Ursprünglich im Lannachtal beheimatet, tümmelt er sich als typischer Kulturfolger überall dort, wo der Skisport betrieben wird, oder Wanderer unterwegs sind. Sein Verhalten kann nur als äußerst gemein bezeichnet werden. Auf der gierigen Suche nach seiner Lieblingsspeise (Skibeläge im Winter und Sonnenöl im Sommer) bringt er Skifahrer und Wanderer erbarmungslos zu Fall. In Sekundenbruchteilen hat er tiefe Furchen in den Belag gefressen, was markerschütternde Geräusche verursacht. Vielfach glauben Skifahrer dabei, sie seien über einen Felsen gefahren. Die immer häufiger auftretenden Attacken von Lannacher Sauaugenschneetümmlern gegen ahnungslose Schleppliftfahrer hat zur Entwicklung der sauaugenschneetümmlersicheren Sessellifte und Seilbahnen geführt. In den Sommermonaten ernähren sich Lannacher Sauaugenschneetümmler von Sonnenöl, das sie mit ihrer Raspelzunge von den Gesichtern schlafender Wanderer schlecken. Die dabei auftretenden Rötungen werden fälschlicherweise oft mit Sonnenbrand verwechselt. Lannacher Sauaugenschneetümmler sind perfekt ihrer Umgebung angepasst: weiß im Winter und braun im Sommer sind sie praktisch unsichtbar. Lediglich ihre Augen verraten an sonnigen Wintertagen die Anwesenheit von Tausenden von Sauaugenschneetümmlern, wenn es im Schnee blinkt und blitzt.

Harscheisengleich sind seine Pfoten mit scharfen Krallen versehen, was ihn auch auf Eis hervorragend manövrieren läßt. Sein Gebiß ist mit einer Doppelreihe dreieckiger Zähne bestückt und erinnert an das Beißorgan von Haien. Er hat einen breiten, biberartigen Schwanz, den er auf vielfältige Art nutzt. In kalten Nächten deckt er sich damit zu und hat es somit mollig warm. Er benützt ihn aber auch zum Graben der Ansitzlöcher im Schnee, in denen er den Skifahrern auflauert. Der Schwanz wird hierbei wie eine Radarantenne zur Ortung von Opfern eingesetzt. Bergab setzt er sich auf seinen Schwanz und zieht elegante Bögen in den Schnee. Diese Spuren werden manchmal mit Snowboardspuren verwechselt.

In den Frühjahrsmonaten wird das Futter für die Sauaugenschneetümmler knapp, da nur noch wenige Tourengeher in die Berge kommen. In Sorge um die Beläge ihrer Tourenski kleben diese lange Fellstreifen auf die Unterseite ihrer Ski. Millionen von Sauaugenschneetümmlern rotten sich um diese Jahreszeit zusammen, und stürzen sich auf das geheime Zeichen ihres Obersauaugenschneetümmlershin völlig entfesselt in die Täler. Sie lassen dabei eine Spur der Verwüstung hinter sich. Dieses Phänomen der spontanen Massenwanderung von Gemeinen Lannacher Sauaugenschneetümmlern wird oft mit dem Abgang von Lawinen verwechselt.

Text und Illustration: (c) Rainer M. Birkholz

 
Der Autor Rainer Birkholz würde sich freuen, wenn Sie auf http://www.fanconi.de/ vorbeischauen. Fanconi Anämie ist eine Krankheit, an der die beiden Kinder gestorben sind, für die Rainers "Schmunzelgeschichten" ursprünglich erfunden wurden. Die Organisation wird v.a. durch Spenden finanziert. Auch ein Feedback zu seinen Geschichten ist immer erwünscht.
 
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