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Der
Sonnentauschlürfer
[lat.
Schlurpsus solaris]
Sonnentauschlürfer
kommen fast auf der ganzen Welt vor. Sie sind ungefähr fünf Zentimeter
lang, haben ein sonniges Gemüt, ein weiches, kuschliges Fell,
einen langen, buschigen Schwanz und sechs Beine. Da Sonnentauschlürfer
bei ihrer täglichen Suche nach Sonnentau grosse Strecken zurücklegen
müssen, haben sich sechs Beine sehr bewährt. Das hat folgende
Gründe:
a.
Die Sohlen von sechs Beinen laufen sich nicht so schnell ab, wie
die von vier Beinen. Der Sonnentauschlürfer muss deshalb viel
seltener zum Besohlen seiner Sohlen zum Schuhmacher.
b.
Da der Sonnentauschlürfer schon mit vier Beinen laufen kann, kann
er ständig zwei beliebige Beine ausruhen. Er ermüdet deshalb nicht
so schnell. Ausserdem kann er sich während des Laufens hinter
dem Ohr kratzen.
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laufender
Sonnentauschlürfer mit Sonnentauschlauch und den Beinen 5
und 6 in Ruhestellung |
Zum
Schlürfen des Sonnentaus benützen Sonnentauschlürfer die hohlen
Stengel von Sonnenblumen (Sonnentauschlauch), die sie ständig
um ihren Bauch gewickelt mit sich tragen. Lediglich die sibirische
Variante des Sonnentauschlürfers, der Sonnentaubeisser, trägt
keinen Sonnentauschlauch. In Sibirien ist es so kalt, dass der
Sonnentau sofort zu Eis erstarrt. Der sibirische Sonnentaubeisser
sucht die gefrorenen Sonnentaueistropfen und zerbeisst sie genüsslich
mit seinem kräftigen Gebiss.
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Gebiss
eines sibirischen Säbelzahnsonnentaubeissers mit gefrorenem
Sonnentautropfen |
Lernen
Sie demnächst mehr über den andalusischen Sonnentauschlürfer
und die speziell im Frühjahr auftretenden Rübenbohrwürmer.
Text
und Illustration: (c) Rainer M. Birkholz
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