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Während
Sie diese Zeilen lesen läuft vielleicht nebenbei das
Radio. Vielleicht werden Sie von Ihren Kindern auf Trab gehalten
oder alle paar Minuten von Kollegen, dem Telefon oder vom
Chef angesprochen... Vielleicht sind Sie ein Mensch, der damit
gut umgehen kann, der sich nicht aus der Ruhe bringen lässt
und den Überblick trotzdem behält. Wer ein klares
Ziel vor Augen hat, z.B. welche Aufgaben er an diesem Tag
/ bis zur Mittagszeit oder im Laufe eines Monats oder Jahres
erreichen möchte, tut sich deutlich leichter. Wenn Sie
zum Beispiel in einem Jahr an einem Marathon-Lauf teilnehmen
möchten, müssen Sie trainieren. Das ist anstrengend
und erfordert Disziplin. Viele halten es nicht durch, lassen
sich ablenken und geben auf: auf einmal gibt es hier eine
wichtige Verabredung, dort ein Geschäftsessen und viele
andere Kleinigkeiten, die das Training unmöglich machen.
Ablenkungen gibt es eigentlich gar nicht. Es gibt nur Reize
von außen, auf die wir reagieren können oder nicht.
Unsere Bereitschaft, auf diese Reize zu reagieren, hängt
davon ab, wie wichtig uns ein Thema oder ein Ziel ist. Dabei
entscheidet nicht immer der Kopf, sondern sehr oft der Bauch,
unser Unterbewußtsein. Wir wissen, dass Rauchen schädlich
ist. Trotzdem hören wir damit nicht auf, lassen uns ablenken
und verführen, geben auf.
Bei manchen Menschen ist die Reizschwelle sehr niedrig, sie
reagieren sehr schnell auf alles Mögliche und Unmögliche,
andere ziehen ihr Ding durch und fahren wie ein Panzer durchs
Leben, von Ziel zu Ziel.
Wenn
man weiß, wie man selbst reagiert und wofür man
besonders anfällig ist, kann man sich "Scheuklappen"
aufsetzen, die dabei helfen, in die gewünschte Richtung
zu schauen. Man kann sich vornehmen, auf bestimmte Dinge einfach
nicht zu reagieren bzw. man kann sich selbst überlisten,
z.B. indem man den Schreibtisch, das Büro oder die Wohnung
konsequent aufräumt: Keine Bücher oder offenen Zeitschriften,
die zum Schmökern einladen, wenn man eigentlich etwas
anderes tun sollte. Stellen Sie den Email-Benachrichtigungs-Assistenten
ab, der jedes Mal hochpoppt, wenn eine neue Nachricht kommt.
Kein Yahoo-Messenger, kein "Skype-me". Legen Sie
von vorneherein fest, wie viel Zeit Sie bewußt für
"Ablenkungen" investieren wollen: z.B. 30 Minuten
surfen oder chatten in der Mittagspause.
Am einfachsten ist es, wenn man in kleinen
Schritten anfängt, z.B. "ich bleibe jetzt eine Stunde
lang an diesem Thema dran, egal was passiert". Schalten
Sie den Anrufbeantworter an und hängen Sie ein Schild
an die Tür: "Bitte nicht stören". Wenn
es in Ihrer Arbeitsumgebung sehr hektisch zugeht, und Sie
sich nur schwer konzentrieren können, ziehen Sie sich
in einen Raum zurück, der nicht so stark frequentiert
ist, z.B. in ein Bespreichungszimmer. Belohnen Sie sich dafür,
wenn es Ihnen gelungen ist, das gesteckte Etappenziel zu erreichen!
Beobachten
Sie sich selbst:
- Sind
Sie im allgemeinen eher ausdauernd oder ein "flatterhafter"
Typ?
- Was
gibt Ihnen Anlass zu dieser Einschätzung?
- Ist
diese Einschätzung wirklich wahr? Trifft sie IMMER
zu oder gibt es Ausnahmen?
Finden Sie mindestens ein Gegenbeispiel!
- Wie
gut können Sie sich auf etwas konzentrieren?
- Unter
welchen Bedingungen können Sie sich am besten konzentrieren?
- Was
fesselt Ihre Aufmerksamkeit so stark, dass Sie alles um
sich herum vergessen?
- Wodurch
werden Sie immer wieder abgelenkt?
- Was
können Sie tun, um Ihre Lieblings-Ablenkungen auszusperren?
Viel
Erfolg beim Kampf gegen den inneren Schweinehund!
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