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Es
wird oft von (mangelnder) Chancengleichheit gesprochen und
davon, dass manche Menschen von vorneherein schlechtere Chancen
haben als andere.
Chancengleichheit
ist ein hehres Ziel, wir werden noch sehr lange an uns und
unserem gesellschaftlichen und politischen System arbeiten
müssen, um auch nur in die Nähe von echter Chancengleichheit
zu kommen, zumindest im Hinblick auf die äußeren
Rahmenbedingungen.
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Vielleicht
klingt es pessimistisch, wenn ich hier die Auffassung vertrete,
dass es eine echte Chancengleichheit nicht gibt und gar nicht
geben kann. Denn das würde in letzter Konsequenz bedeuten,
dass jeder Mensch mit den gleichen Genen ausgestattet und
unter den gleichen Bedingungen aufgewachsen sein müsste.
Die berechtigte Forderung nach Chancengleichheit übersieht
jedoch, die Verschiedenheit der Menschen. Nicht jeder Mensch
will Wissenschaftler werden. Nicht jeder will Fabrikarbeiter
sein. Jeder Mensch soll die Möglichkeit haben, auf seine
Weise glücklich zu werden - so verstehe ich Chancengleichheit.
Viele Menschen sind mit dem bestehenden "System"
unzufrieden. Mir gefällt auch nicht alles, was so abläuft.
Aber meine Befürchtung ist die: geben Sie 100 Menschen
die gleichen Rahmenbedingungen - z.B. 100.000 EUR am Standort
xyz und sehen Sie in 10 Jahren nach, was aus diesen 100 Menschen
und ihrem Kapital geworden ist. Ich vermute, dass zwei oder
drei dieser Menschen zum Millionär geworden sind, die
meisten werden irgendwie damit herum kommen und einige werden
völlig am Boden zerstört sein. Was ich damit sagen
will: Es kommt nicht nur auf die äußeren Rahmenbedingungen
an, sondern auch auf die Fähigkeit, die Chancen zu nutzen,
die sich bieten.
Selbst
Menschen, die mit guten Chancen auf die Welt kommen - wohlhabende
Eltern in einem reichen und politisch stabilen Land, gute
Ausbildung - scheitern sehr oft. Menschen aus armen Ländern
oder aus der "unterprivilegierten Unterschicht"
entwickeln so viel Energie, dass sie nach oben kommen. Natürlich
sind das oft "berühmte" Einzelfälle, nicht
gültig für die breite Masse. Der ironische Spruch
"Du hast keine Chance, aber nutze Sie" zeigt das
Paradox sehr schön. Wer immer nur die Umstände,
das System, die Politik, seine Eltern, Lehrer oder sonstwen
dafür verantwortlich macht, dass es ihm dreckig geht,
der verpasst die größte Chance seines Lebens: die
zur Veränderung.
- Betrachten
Sie Ihren Familienhintergrund zum Zeitpunkt als Sie zur
Welt kamen.
Wie schätzen Sie Ihre eigenen Chancen auf ein zufriedenes
Leben ein?
Wie sieht Ihr Leben in der Realität heute aus?
- Betrachten
Sie einen Lebensbereich, mit dem Sie zufrieden sind. Mit
welchen "Startbedingungen" sind Sie ins Rennen
gegangen? Was hat dazu geführt, dass Sie heute zufrieden
sein können?
- Betrachten
Sie einen Lebensbereich, mit dem Sie weniger zufrieden sind.
Mit welchen "Startbedingungen" sind Sie ins Rennen
gegangen?
Was könnten Sie tun, damit sich die Situation zu Ihrer
Zufriedenheit ändert?
siehe
auch: Selbstverantwortung
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