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Lebenskunst A-Z: Dankbarkeit    

Der Dank ist für kleine Seelen eine drückende Last, für edle Herzen ein Bedürfnis.

Georg-Christoph Lichtenberg

 
     

Nun sei doch endlich dankbar!
Diese oder ähnliche Worten haben viele sicher schon gehört. Von den Eltern oder Großeltern, den Lehrern oder auch in einer christlichen Erziehung. Solche Sätze sind nicht gerade förderlich, denn sie beinhalten immer einen Vorwurf. Niemand lässt sich gerne etwas vorwerfen. Der Vorwurf der Undankbarkeit bedeutet: jemand hat etwas für dich getan und du bist nicht bereit, eine angemessene Gegenleistung zu erbringen - und sei es "nur" in Form von Dankbarkeit.
Viele Menschen bezahlen lieber Geld für eine Dienstleistung, nur um niemanden dankbar sein zu müssen. Die Erwartungshaltungen, mit denen wir aufwachsen und leben, beeinflussen unsere Fähigkeit, Dankbarkeit zu empfinden. Wer viel von sich und anderen erwartet, wer perfektionistisch an allem etwas auszusetzen hat, wird sich schwer tun, dieser unperfekten Welt zu danken...

Dabei ist Dankbarkeit ein wunderbares Gefühl, es ist ein Ausdruck von Liebe. Daher lässt sich Dankbarkeit auch nicht erzwingen. Vielleicht muss der Dankbarkeit ein Gefühl von Zufriedenheit voraus gehen, wir empfinden sie besonders stark, wenn wir gerade ganz knapp einem Schicksalsschlag entgangen sind - und immer dann, wenn uns bewußt wird, wie gut es uns eigentlich geht und wie wunderbar etwas ist. Dankbarkeit kann man allem gegenüber empfinden, sie ist nicht auf Menschen beschränkt. Wir können dankbar sein, wenn ein glücklicher Zufall eintritt, wir können dankbar dafür sein, das der Hund jeden Morgen schwanzwedelnd auf uns wartet - und manchmal ist es auch ein ganz großes Gefühl, nämlich dann, wenn wir dem Leben an sich dankbar sind - scheinbar grundlos. Dankbarkeit kann sich nur einstellen, wenn wir Stille finden. Wenn wir uns bewußt werden, über die positiven Seiten unseres Daseins. Dankbarkeit ist eine Schwester des Glücks. Wer glücklich ist, empfindet häufig diese tiefe Dankbarkeit. Wer dieses Gefühl zulassen kann, wird daher auch viel häufiger glücklich sein. Glückliche Menschen sind entspannter - damit verbunden ist wiederum eine größere Zufriedenheit, eine größere Zuversicht, mehr Selbstvertrauen... und mit dieser Lebensqualität verbessert sich auch die Gesundheit.

Also - seien Sie ruhig dankbar, es könnte Ihnen unglaublich gut tun!

Wenn es Ihnen schwer fällt dankbar zu sein, führen Sie sich vor Augen, unter welchen Lebensbedingungen Sie auch leben könnten: Krieg, Zerstörung, Hungersnöte, Anarchie sind in vielen Teilen unseres Planeten tägliche Realität. Menschen, die kein Dach über dem Kopf haben und mit einer Handvoll Reis eine Woche lang über die Runden kommen müssen... Sicher, auch hierzulande gibt es Armut. Aber so lange wir uns noch darüber Gedanken machen können, ob wir uns zur Fußball-WM einen neuen Fernseher kaufen, wohin wir heuer in Urlaub fahren und ob es lieber die Schuhe von Nike oder Adidas sein sollen, halte ich das für Jammern auf hohem Niveau!

Es sind die so genannten Selbstverständlichkeiten, die wir immer wieder anschauen können, um uns klar zu machen, wie gut es uns geht: fließend warmes, sauberes Trinkwasser aus der Leitung. Öffentliche Verkehrsmittel. Müllabfuhr. Internetanschluß.
Oder ganz private Dinge: Menschen, die Ihnen nahe stehen - Familie, Freunde, Kinder. Es gibt so vieles, wofür man dankbar sein kann. Nichts ist selbstverständlich. Wir merken es immer erst dann, wenn wir es verlieren. Dankbar sein heißt: wertschätzen können, was wir haben.

Beobachten Sie sich selbst:

  • Wann haben Sie sich zuletzt die guten Dinge Ihres Lebens bewußt gemacht?
  • Schließen Sie die Augen und denken Sie an etwas (oder jemanden), für das Sie dankbar sind. Wie verändert sich Ihre Atmung? Vielleicht fliegt ein Lächeln über Ihr Gesicht?
  • Achten Sie darauf: an welchen kleinen Dingen können Sie sich heute erfreuen?
  • Vielleicht wollen Sie jemand anderem eine kleine Freude bereiten?
  • Genießen Sie Ihr Leben mit allen Sinnen!
     

Sie erhalten vom Leben stets das zurück,
was Sie selbst hineingeben.

Reinhard K. Sprenger

   
     

Buchtipp

Gregg Krech - Die Kraft der Dankbarkeit
Wie wir die ewige Gier nach immer mehr überwinden können

 

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