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Nun
sei doch endlich dankbar!
Diese oder ähnliche Worten haben viele sicher schon gehört.
Von den Eltern oder Großeltern, den Lehrern oder auch
in einer christlichen Erziehung. Solche Sätze sind nicht
gerade förderlich, denn sie beinhalten immer einen Vorwurf.
Niemand lässt sich gerne etwas vorwerfen. Der Vorwurf
der Undankbarkeit bedeutet: jemand hat etwas für dich
getan und du bist nicht bereit, eine angemessene Gegenleistung
zu erbringen - und sei es "nur" in Form von Dankbarkeit.
Viele
Menschen bezahlen lieber Geld für eine Dienstleistung,
nur um niemanden dankbar sein zu müssen. Die Erwartungshaltungen,
mit denen wir aufwachsen und leben, beeinflussen unsere Fähigkeit,
Dankbarkeit zu empfinden. Wer viel von sich und anderen erwartet,
wer perfektionistisch an allem etwas auszusetzen hat, wird
sich schwer tun, dieser unperfekten Welt zu danken...
Dabei
ist Dankbarkeit ein wunderbares Gefühl, es ist ein Ausdruck
von Liebe. Daher lässt sich Dankbarkeit auch nicht erzwingen.
Vielleicht muss der Dankbarkeit ein Gefühl von Zufriedenheit
voraus gehen, wir empfinden sie besonders stark, wenn wir
gerade ganz knapp einem Schicksalsschlag entgangen sind -
und immer dann, wenn uns bewußt wird, wie gut es uns
eigentlich geht und wie wunderbar etwas ist. Dankbarkeit kann
man allem gegenüber empfinden, sie ist nicht auf Menschen
beschränkt. Wir können dankbar sein, wenn ein glücklicher
Zufall eintritt, wir können dankbar dafür sein,
das der Hund jeden Morgen schwanzwedelnd auf uns wartet -
und manchmal ist es auch ein ganz großes Gefühl,
nämlich dann, wenn wir dem Leben an sich
dankbar sind - scheinbar grundlos. Dankbarkeit
kann sich nur einstellen, wenn wir Stille finden. Wenn wir
uns bewußt werden, über die positiven Seiten unseres
Daseins. Dankbarkeit ist eine Schwester des Glücks. Wer
glücklich ist, empfindet häufig diese tiefe Dankbarkeit.
Wer dieses Gefühl zulassen kann, wird daher auch viel
häufiger glücklich sein. Glückliche Menschen
sind entspannter - damit verbunden ist wiederum eine größere
Zufriedenheit, eine größere Zuversicht, mehr Selbstvertrauen...
und mit dieser Lebensqualität verbessert sich auch die
Gesundheit.
Also
- seien Sie ruhig dankbar, es könnte Ihnen unglaublich
gut tun!
Wenn
es Ihnen schwer fällt dankbar zu sein, führen Sie
sich vor Augen, unter welchen Lebensbedingungen Sie auch leben
könnten: Krieg, Zerstörung, Hungersnöte, Anarchie
sind in vielen Teilen unseres Planeten tägliche Realität.
Menschen, die kein Dach über dem Kopf haben und mit einer
Handvoll Reis eine Woche lang über die Runden kommen
müssen... Sicher, auch hierzulande gibt es Armut. Aber
so lange wir uns noch darüber Gedanken machen können,
ob wir uns zur Fußball-WM einen neuen Fernseher kaufen,
wohin wir heuer in Urlaub fahren und ob es lieber die Schuhe
von Nike oder Adidas sein sollen, halte ich das für Jammern
auf hohem Niveau!
Es
sind die so genannten Selbstverständlichkeiten, die wir
immer wieder anschauen können, um uns klar zu machen,
wie gut es uns geht: fließend warmes, sauberes Trinkwasser
aus der Leitung. Öffentliche Verkehrsmittel. Müllabfuhr.
Internetanschluß.
Oder ganz private Dinge: Menschen, die Ihnen nahe stehen -
Familie, Freunde, Kinder. Es gibt so vieles, wofür man
dankbar sein kann. Nichts ist selbstverständlich. Wir
merken es immer erst dann, wenn wir es verlieren. Dankbar
sein heißt: wertschätzen können, was wir haben.
Beobachten
Sie sich selbst:
- Wann
haben Sie sich zuletzt die guten Dinge Ihres Lebens bewußt
gemacht?
- Schließen
Sie die Augen und denken Sie an etwas (oder jemanden), für
das Sie dankbar sind. Wie verändert sich Ihre Atmung?
Vielleicht fliegt ein Lächeln über Ihr Gesicht?
- Achten
Sie darauf: an welchen kleinen Dingen können Sie sich
heute erfreuen?
- Vielleicht
wollen Sie jemand anderem eine kleine Freude bereiten?
- Genießen
Sie Ihr Leben mit allen Sinnen!
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