Was
ist Stress?
Stress
ist die körperliche Reaktion auf einen Reiz - dieser Reiz kommt
meistens von außen (exogener Stress), kann aber auch von innen
kommen (endogener Stress). Das heißt: wir selbst können
uns durch unsere Gedanken und Befürchtungen mächtig stressen.
Grundsätzlich ist Stress eine sehr sinnvolle Einrichtung, denn
durch die Aktivierung unseres Flucht/Kampfverhaltens soll unser
Überleben gesichert werden. Doch unsere Lebensumstände
haben sich geändert, heute wird der Stress zum Problem - nicht
selten zu einem lebensbedrohenden.
Wir unterscheiden positiven, motivierenden Stress (Eu-Stress) und
negativen, belastenden Stress (Dis-stress). Ein gewisses Maß
an Stress ist normal, wenn der Körper bzw. der ganze Mensch
Gelegenheit findet, sich ausreichend zu regenerieren und zu erholen.
Doch häufig ist die Stress-Dosis zu hoch. Noch bevor der Mensch
seine Energiereserven - seinen Akku - wieder richtig aufgeladen
hat, wird er erneut gestresst: Die Energiereserven sinken. Geschieht
dies immer wieder, entsteht Überforderung und der erste Schritt
in einen Teufelskreis ist getan.
Es
gibt eine ganze Reihe von Situationen, die uns im klassischen Sinn
"stressen", also auch körperlich. Oft ist uns das
gar nicht so bewußt. Wir empfinden solche Situationen als
belastend, anstrengend. Beispiele für solche Situationen sind
- Todesfälle
- Trennung
oder Scheidung vom Lebenspartner
- schwere
Krankheiten, Unfälle
- Übergangssituationen
jeder Art: von der Ausbildung in den Beruf oder vom Beruf in den
"Ruhestand", Jobwechsel, Umorganisationen in der Firma,
Umzug, Arbeitslosigkeit
- Familienzuwachs,
Hochzeiten
- Finanzielle
Probleme, Prüfungssituationen, Ärger mit Verwandten,
Vorgesetzten oder nahestehenden Personen,
- Veränderungen
in persönlichen Routineabläufen, wie z.B. neue Arbeitsbedingungen,
Ess- oder Schlafgewohnheiten u.v.m.
Woran
erkenne ich, ob ich überfordert bin?
Ob
jemand getresst ist, hängt vom subjektiven Empfinden und von
verschiedenen Rahmenbedingungen ab. Während einige Menschen
"eiskalt zusehen" können, brechen andere schon bei
Kleinigkeiten in Tränen aus und gelten als "nicht belastbar".
Man unterscheidet grundsätzlich zwei
Stresstypen:
a)
Der alarmierte Stresstyp
Er ist aktiv, neigt zu Flucht oder Angriffsverhalten und bewegt
sich ständig an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit.
Solche Menschen neigen zu Erkrankungen des Herz-/Kreislaufsystems
und des Gefäßsystems.
b) Der defensiver Stresstype
Er wirkt in belastenden Situationen wie gelähmt oder wie eingefroren.
Solche Menschen neigen zu Störungen des vegetativen Nervensystems,
haben Probleme mit der Atmung oder mit dem Verdauungssystem.
Darüber hinaus gibt es aber auch Mischtypen,
bei denen komplexe gesundheitliche Beschwerdebilder auftreten können.
Es
gibt einige physiologische (körperliche) Signale, die für
akuten Stress typisch sind:
- erhöhte
Pulsfrequenz, Herzrasen
- erhöhte
Atemfrequenz
- erhöhte
Muskelaktivität
- erhöhte
Schweißproduktion
- Aktivierung
der Zucker- und Fettreserven
gleichzeitig
reduziert sich die Verdauungstätigkeit, die Haut wird schlechter
mit Nährstoffen versorgt, die Sexualfunktion wird blockiert,
das logische Denken wird von reflexartigem Handeln abgelöst
und die emotionale Situation ist von Wut und/oder Angst geprägt.
Bei
Dauerstress führen diese körperlichen Reaktionen langfristig
zu bestimmten Beschwerdebildern:
- Muskelverspannungen, v.a. im Nacken-/Schulterbereich
oder Rücken, mitunter auch Kopfschmerzen
- erhöhter
Cholesterinspiegel -> Arteriosklerose -> erhöhtes Risiko
für Herzinfarkt / Schlaganfall
- Schwächung
der Immunabwehr
- Verdauungsstörungen
- Störungen
der Libido und des Sexuallebens
Bevor diese körperlichen Störungen von
einem Arzt diagnostiziert werden, gibt es jedoch eine Reihe von
allgemeinen Symptomen, die bei der Einschätzung helfen, ob
und in welchem Maß jemand unter Stress steht. mehr
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