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Mudra - Yoga für die Hände

Der Begriff Mudra stammt aus dem Sanskrit und bezeichnet grundsätzlich einfach nur eine bestimmte Hand- oder Fingerhaltung. Mudras sind in der Kultur des südostasiatischen Raums verankert und ein wesentliches Element im indischen Tanztheater. Als Mudra werden aber auch körperliche Bewegungsabläuf im tantrischen Yoga und Hatha-Yoga bezeichnet.

Der Buddha wird typischerweise in sechs Gesten abgebildet, von denen die Dhyanimudra (Geste der Meditation) und die Varadamudra (Geste der Wunschgewährung) am bekanntesten sein dürften.
Über Gesten, wie z.B. das Falten der Hände zum Gebet, das Hände-über-dem-Kopf-Zusammenschlagen machen wir Gebrauch von einem archaischen und archetypischen Zeichensatz, mit dem wir vor allem auf der emotionalen und unterbewußten Ebene kommunizieren.

 
   
Dhyanimudra

Im Gegensatz zur Gebärde ist die Geste nicht immer konkret, sondern meist sehr vielschichtig. Sie kann daher auch als Symbol aufgefaßt werden. Sie erlaubt uns, auf unmittelbare Weise unsere seelische Befindlichkeit auszudrücken - meist spontan - und der Betrachter wird ebenso unmittelbar angesprochen. Je einfacher die Geste, desto umfassender ist der Ausdruck.

Im Buddhismus haben die Mudras ausschließlich rituell magische und spirituelle Bedeutung, weniger bekannt ist bei uns im Westen jedoch, dass Mudras in der ayurvedischen Medizin auch als energetische Stimulantia empfohlen werden. Die jeweils angeratene Handhaltung soll Disharmonien beseitigen und auf diese Weise die Genesung bzw. Gesunderhaltung des Patienten bewirken.

Dass das funktionieren kann ist eigentlich nachvollziehbar: Aus der Hirnforschung weiß man, dass die zehn Finger des Menschen im Gehirn auf 60 Prozent der Hirnoberfläche repräsentiert werden. Unsere Hände und Finger sind mit hoch empfindlichen Tastnerven besser versorgt als jeder andere Teil unserers Körpers. Wenn wir etwas ertasten, dann mit den Fingern. In jedem Finger enden zwei Meridiane und es ist klar, dass durch bestimmte Handhaltungen diese Nerven und Meridiane bzw. bestimmte Akupressurpunkte angesprochen (stimuliert oder beruhigt) werden können. Das Daumendrehen, in unserer Kultur eine unbewußte Geste, die Langeweile anzeigt, ist im Qigong eine Mudra, die bewußt eingesetzt wird, um Nerven und Geist zu beruhigen und innere Ruhe zu fördern!

Um mit Mudras zu arbeiten, braucht man ein wenig Übung: zunächst beginnt man mit Sensibilisierungsübungen, um die Wahrnehmung für die feinen Energieströme in den Händen zu verfeinern. Einige Mudras sind sehr einfach, andere etwas komplizierter, aber wenn man den "Kniff 'raus hat", kann man die Übungen fast überall praktizieren. Es mag sein, dass man Sie in der U-Bahn ein bißchen scheel anschaut, wenn Sie die Hände in eine ungewöhnliche Stellung bringen, aber fünf Minuten in der Mittags- oder Kaffeepause lassen sich immer aufbringen. Und: es lohnt sich auf jeden Fall. Wichtig ist auch hier dass die Mudras regelmässig geübt und mindestens fünf Minuten lang gehalten werden.

Es sind schon seit einigen Jahren verschiedene Bücher auf dem Markt, die dieses alte Wissen für uns zugänglich machen. Je nachdem, ob Sie sich eher für den spirituellen Hintergrund interessieren, oder nur nach den Handhaltungen bei bestimmten gesundheitlichen Beschwerden suchen, finden Sie hier einige Buchtipps:

Matthias Mala
Magische Hände

Dieses Buch ist ein grundlegendes Werk für jeden, der sich intensiv mit der energetischen und spirituellen Wirkweise von Mudras beschäftigen möchte beziehungsweise beabsichtigt, eigene Mudras für seinen Bedarf zusammen zu stellen. An einigen Stellen wirkt der Text etwas altbacken, das Buch ist aber sehr fundiert und unbedingt empfehlenswert, wenn man sich etwas tiefer mit dem Thema befassen möchte (nur noch gebraucht verfügbar, ab 7.95 EUR)

   
Andrea Christiansen
Mudras

Die Autorin ist Heilpraktikerin und führt eine Praxis für Psychosomatik. Ihr
Buch ist in drei Teile gegliedert:
1.) Hintergründe der Mudras
2.) Krankheiten und Beschwerden - Einführung mit psychosomatischer Deutung, detaillierte Beschreibung der Mudras mit Fotos plus zusätzliche Gesundheitstipps aus anderen Bereichen
3.) Reinigungsprozeduren und Atemübungen
   
Gertrud Hirschi
Mudras, FingerYoga für Gesundheit, Vitalität und innere Ruhe

Die Schweizer Yogalehrerin Gertrud Hirschi stellt in diesem Band eine Fülle von Mudras vor, die das eigene körperlich-seelische Wohlbefinden fördern, gesundheitliche Probleme angehen und innere Ruhe und Ausgeglichenheit bringen. Stichworte wie Gelenkschmerzen, Antriebslosigkeit, Nervosität, Völlegefühl, Nackenschmerzen oder Konzentration zeigen das breite Anwendungsspektrum an. Gertrud Hirschi erläutert Anwendungen und Wirkungsweisen der Mudras und zeigt Möglichkeiten auf, sie mit Atemübungen, Affirmationen, Visualisierungen sowie Farben, Musik und speziellen Ernährungsweisen in ihrer Wirkung zu verstärken.

   
Gertrud Hirschi
Mudras, Erfolg, Kreativität, Wohlbefinden

Dieser Mudra-Band von Gertrud Hirschi stellt eine Reihe von Mudras vor, die speziell die Bedürfnisse des modernen Menschen im Alltag ansprechen. Für Beziehungsprobleme gibt es beispielsweise die "Loslass-Mudra". Die "Be-cool-Mudra" baut hemmende Ängste ab, die "Schutz-Mudra" unterstützt bei Mobbing und Problemen am Arbeitsplatz, die "Auftritts-Mudra" stärkt die Selbstsicherheit, und die "Gedächtnis-Mudra" stärkt das Erinnerungsvermögen.

   
Sabrina Mesko
Heilende Mudras

Das Styling der Mudrabilder ist gewöhnungsbedürftig, was der Wirkung der Mudras an sich jedoch keinen Abbruch tut. Dafür ist das Buch jedoch einfach, klar und verständlich geschrieben.

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