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Ich habe lange überlegt,
ob ich den etwas fremdartigen Begriff Imagination
für diese Rubrik verwenden soll. Den Begriff gibt es
im Englischen und im Deutschen gleichermaßen, man spricht
ihn nur unterschiedlich aus. Gemeint ist damit das, was wir
uns vorstellen können, Vorstellungskraft, ein Vorstellungsbild,
aber Imagination bedeutet auch Scheinbild, Einbildung, Fantasie.
Bildwelten können real
in der uns bekannten Außenwelt existieren, sie können
aber auch "nur" vorgestellt sein, also ein Produkt
unserer Phantasie.
Wir können nur Welten
erleben, die wir irgendwie kennen.
Alles, was jenseits unsers eigenen Erfahrungshorizonts liegt,
betrachten wir für gewöhnlich als Phantasie oder
Irrglaube.
Erst, wenn wir sie angefasst,
und uns uns die Finger verbrannt haben,
wissen wir wirklich, was eine heiße Herdplatte ist.
Trotzdem sind wir in der Lage,
Dinge,
die wir nicht selbst und unmittelbar erlebt haben, im Geiste
nachzuvollziehen,
wir können in gewisser
Weise in fremde Erfahrungswelten
einsteigen, z.B. wenn wir einen Filmbericht über fremde
Kulturen sehen,
oder einen Psycho-Thriller, in dem nach den Motiven eines
Serienmörders gesucht wird.
Ein Mitteleuropäer kann
die Erlebniswelt eines australischen Aboriginee
nicht vollständig nachvollziehen, auch wenn er viel darüber
liest oder Filme sieht.
Aber die Welt der Aboriginees existiert.
Genau so verhält es sich
mit vielen spirituellen Themen.
Wenn wir versuchen, diese Welten zu entdecken, gehen wir mit
unserem
eigenen Erfahrungsschatz an etwas heran, das uns zunächst
fremd ist.
Aber nur, weil es fremd ist,
bedeutet das nicht,
dass es schlecht(er), besser oder völliger Humbug ist.
Die Devise von betrachtenswert
lautet:
Anschauen. Einfach nur zur
Kenntnis nehmen.
Wenn es dich interessiert: gehe weiter.
Wenn es dich nicht interessiert: lass es links liegen.
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