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Innere Landschaften (3/3)

Die Wildnis ist nicht draußen, sondern in unseren Köpfen.

Thomas Saum-Adelhoff

Das, was wir als "Natur pur" erleben, ist nicht selten eine geschichtlich entstandene Kulturlandschaft. Das macht sie jedoch nicht weniger wertvoll.

Damit wir eine Landschaft als schön empfinden, muss sie unsere Neugier herausfordern. Wir haben ein Bedürfnis nach Übersichtlichkeit, das unserem Wunsch nach Sicherheit entspringt. Gleichzeitig darf eine Landschaft aber auch nicht zu durchschaubar sein - sonst würde sie uns langweilen.

Gewundene Wege strahlen etwas Geheimnisvolles aus, vermitteln den Eindruck, man könne etwas Neues erfahren, wenn man tiefer hinein ginge.

Japanische und chinesische Gärten sind so angelegt, dass der Spaziergänger nie das Ende eines Wegs sehen kann, weil auch auf dem Lebensweg nicht die Ankunft, sondern der Weg das Ziel ist.

Damit auch zukünftige Generationen schöne, möglichst unzersiedelte Landschaften vorfinden, ist es besonders wichtig, dass wir lernen, dass Erholung und Entspannung auch vor der eigenen Haustüre möglich ist. Wochentags hausen und arbeiten wir oft resigniert in wüsten Stadtgebieten, und warten nur darauf, am Wochenende und im Urlaub die Flucht ins Grüne antreten zu können - mit den bereits erwähnten Folgen: wir tragen die Probleme, die wir in den Städten haben, in die Natur hinaus, bis nichts mehr davon übrig ist.

Viel wichtiger wäre es, in der Stadtplanung und in unserem unmittelbaren Umfeld dafür zu sorgen, dass Oasen geschaffen werden oder erhalten bleiben, in denen wir uns wohlfühlen können. Wir müssen lernen, in den vorhandenen Landschaften heimisch zu werden, statt in eine scheinbar unberührte Natur zu fliehen, die nichts weiter ist als eine Illusion.

 
 
 
 
   
     

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