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Die
Wildnis ist nicht draußen, sondern in unseren
Köpfen.
Thomas
Saum-Adelhoff
Das,
was wir als "Natur pur" erleben, ist nicht
selten eine geschichtlich entstandene Kulturlandschaft.
Das macht sie jedoch nicht weniger wertvoll.
Damit
wir eine Landschaft als schön empfinden, muss sie
unsere Neugier herausfordern. Wir haben ein Bedürfnis
nach Übersichtlichkeit, das unserem Wunsch nach
Sicherheit entspringt. Gleichzeitig darf eine Landschaft
aber auch nicht zu durchschaubar sein - sonst würde
sie uns langweilen.
Gewundene
Wege strahlen etwas Geheimnisvolles aus, vermitteln
den Eindruck, man könne etwas Neues erfahren, wenn
man tiefer hinein ginge.
Japanische
und chinesische Gärten sind so angelegt, dass der
Spaziergänger nie das Ende eines Wegs sehen kann,
weil auch auf dem Lebensweg nicht die Ankunft, sondern
der Weg das Ziel ist.
Damit
auch zukünftige Generationen schöne, möglichst
unzersiedelte Landschaften vorfinden, ist es besonders
wichtig, dass wir lernen, dass Erholung und Entspannung
auch vor der eigenen Haustüre möglich ist.
Wochentags hausen und arbeiten wir oft resigniert in
wüsten Stadtgebieten, und warten nur darauf, am
Wochenende und im Urlaub die Flucht ins Grüne antreten
zu können - mit den bereits erwähnten Folgen:
wir tragen die Probleme, die wir in den Städten
haben, in die Natur hinaus, bis nichts mehr davon übrig
ist.
Viel
wichtiger wäre es, in der Stadtplanung und in unserem
unmittelbaren Umfeld dafür zu sorgen, dass Oasen
geschaffen werden oder erhalten bleiben, in denen wir
uns wohlfühlen können. Wir müssen lernen,
in den vorhandenen Landschaften heimisch zu werden,
statt in eine scheinbar unberührte Natur zu fliehen,
die nichts weiter ist als eine Illusion.
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