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Schamanische Reise - Suche nach dem Krafttier

Jedes Tier kann ein "Krafttier" sein, sogar sehr kleine Tiere, wie z.B. Insekten.
Wichtig ist, daß Sie sich nicht vornehmen ein bestimmtes Tier zu treffen. Lassen Sie sich einfach überraschen - ähnlich wie bei einer Urlaubsreise, bei der Sie vielleicht eine Kamera oder einen Fotoapparat dabei haben, und einfach die Augen offen halten und bereit sind, das, was Ihnen vor die Linse läuft, aufzunehmen.

Vielleicht sehen sie als erstes "Motiv" gar kein Tier, sondern etwas anderes - einen Baum oder eine andere Pflanze, einen Menschen, ein geistiges Wesen, ein Symbol, eine Farbe, oder ein Licht. Heißen Sie willkommen, was immer Sie sehen, spüren, hören oder "wissen".

Auch wenn zunächst nichts kommt, heißen Sie das Nichts willkommen. Möglicherweise führt Sie dieses Nichts zu einer viel bedeutsameren inneren Erfahrung.

Machen Sie sich keine Sorgen. Die Fähigkeit zum Imaginieren ist wie ein Muskel, der, wenn er lange Zeit nicht benutzt wurde, erst wieder trainiert werden muß, um zu funktionieren. Manchmal braucht man etwas Zeit, um in die Welt der inneren Bilder einzusteigen. Manchmal bleiben die Bilder schattenhaft, manche Menschen sehen überhaupt keine Bilder, sondern haben andere Erfahrungen, die sich vielleicht nur darin äußern, dass sie nach einer solchen Reise etwas "wissen". Was auch immer passiert: es ist in Ordnung. Und wenn nichts passiert, ist es durchaus möglich, dass Sie später durch einen Traum, eine Intuition, eine Begegnung im realen Leben oder durch irgendeine andere Erfahrung genau das erfahren, wonach Sie gesucht haben, oder was Sie momentan brauchen.

Sie können ihre Augen mit einem Tuch zudecken. Vielleicht möchten Sie auch Musik oder Trommelrhythmen dazu hören. Bereiten Sie Ihren Meditationsplatz entsprechend vor.

Grundsätzlich sind für derartige lmaginationsreisen keinerlei Hilfsmittel notwendig. Wichtig ist, dass Sie es sich so bequem wie möglich machen, um sich optimal zu entspannen. Sorgen Sie dafür, dass Sie für die Dauer der Übung ungestört sind - stellen Sie das Telefon und ggf. die Türglocke ab.

Wenn Sie die Übung alleine machen, lesen Sie sich den Text genau durch und merken Sie sich den Inhalt. Günstiger ist es, wenn Sie einen Begleiter oder eine Begleiterin haben, die den Text langsam vorlesen soll.
Wo "Pause" steht, soll der/die Vorlesende Ihnen Zeit geben. Eine leise Frage wie: "Brauchst du noch mehr Zeit?" oder von Ihrer Seite ein: "Ich möchte bitte noch einen Moment," stören die inneren Abläufe keinesfalls.

Nun geht es auf die Reise....

Entspannen Sie sich und atmen Sie ganz bewußt tief und ruhig.

Gehen Sie in Ihrer Vorstellung in eine nächtliche Landschaft. Der Mond scheint, es ist Vollmond, und der Himmel ist voller Sterne. So können Sie den Weg, den Sie gehen, sehr genau wahrnehmen, und ebenso alles, was Sie umgibt.- Bäume, Wiesen, Hügel, Berge... Schauen Sie sich genau an, wo Sie sich befinden und machen Sie sich mit Ihrer Umgebung vertraut.

- Pause -

Gehen Sie den Weg oder die Straße immer weiter in die Richtung, wo der Mond am Himmel steht. Genießen Sie die Ruhe oder vielleicht auch die Laute von Tieren

- Pause -

Gehen Sie nun durch ein Waldstück.

- Pause -

Die Straße oder der Weg macht eine Windung, und plötzlich stehen Sie an einem ruhigen Gewässer, einem Teich oder einem See. Die Wasserfläche bildet einen glatten Spiegel. Halten Sie Ausschau nach einer Stelle, wo Sie sich später hinknien und in diesen Spiegel hineinsehen können.

- Pause -

Nun blicken Sie in diesen natürlichen, mondbeschienenen Spiegel hinein. Sie sehen dort nicht Ihr eigenes Gesicht, sondern das Gesicht eines Tieres.

- Pause -

Lassen Sie sich Zeit und öffnen Sie sich ganz und gar für diese Erfahrung. Vielleicht sehen Sie kein Tier, sondern hören nur seine Laute, und wissen, um welches Tier es sich handelt. Wenn Sie sich mit dem Tier vertraut gemacht haben, begrüßen Sie es. Wenn Sie möchten, fragen Sie es nach seinem Namen.

- Pause -

Und fragen Sie es, welche Botschaft es jetzt in diesem Moment für Sie hat.

- Pause -

Verabschieden Sie sich von dem Tier und versprechen Sie ihm, daß Sie es bald wieder aufsuchen werden.

- Pause -

Gehen Sie nun in Ihrem ganz eigenen Tempo den Weg durch die nächtliche Landschaft zurück, bis Sie wieder im Hier und Jetzt ankommen. Spüren Sie bewußt wieder Ihren Körper.

Berichten Sie Ihrem Begleiter Ihre Erfahrung, oder schreiben Sie sie auf. Alle Details sind wichtig. Sie können diese Reise immer wieder unternehmen und Ihr Tier bei den nächsten Begegnungen aus dem Wasser heraussteigen lassen. Vielleicht treffen Sie es auch an einem anderen Ort.
Finden Sie heraus, ob es gesund ist und sich wohl fühlt. Fragen Sie es, ob es etwas von Ihnen braucht und geben Sie es ihm auf der Ebene der Imagination. Vielleicht möchte es, dass Sie es in den Arm nehmen oder streicheln...
Wenn es sich wünscht, daß Sie in Ihrem realen Leben etwas für es tun sollen, sagen Sie, daß Sie prüfen werden, ob sich das machen läßt. Und dass Sie, wenn es sich machen läßt, seinen Wunsch realisieren werden. Halten Sie sich dann auch daran.

Sie können Ihr Helfertier jederzeit um Rat fragen, wenn Sie im Moment ein Problem quält, wenn Sie vielleicht gesundheitlich nicht auf der Höhe sind. Sie können es bitten, Ihnen Kraft zu vermitteln, wenn Sie sich schwach fühlen oder wenn eine Aufgabe all Ihre Energie verlangt. Es ist auch möglich, es für einen anderen (kranken?) Menschen um Rat zu fragen. Ihr Krafttier sollte aber nie das Gefühl bekommen, dass Sie es ausnutzen oder dass Sie es zu etwas zwingen. Behandeln Sie es höflich und respektvoll. Überlassen Sie ihm die Entscheidung, was es zu geben bereit ist und bieten Sie von sich aus einen Ausgleich an. Verhalten Sie sich Ihrem Tier gegenüber wie einem Freund.

Bedanken Sie sich und verabschieden Sie sich. Sagen Sie, daß Sie es gern wiedertreffen möchten. Wie auch immer Sie eine Reise ausbauen und variieren: schließen Sie sie völlig ab. Gehen Sie jedesmal den Weg zurück, den Sie gekommen sind, und geben Sie sich die notwendige Zeit, um wieder in Ihrem Alltag zu landen.

* * * * *

Und danach?

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