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Kreativität
ist Chaos...
...und
birgt auch ein sehr zerstörerisches, vielleicht auch
gefährliches Potential. Wer kreativ anders denkt, Dinge
anders macht und sich nicht an die Vorgaben hält, durchbricht
Normen und Grenzen - wandert ständig an der Grenze dessen,
was die Gesellschaft als guten Geschmack bezeichnet. Zu viele
kreative Köpfe, die anders denken als die Masse, können
ein System gefährden. Deshalb ist uns die instrumentalisierte,
gezähmte Form der Kreativität mit ihren lernbaren
und beherrschbaren Techniken sehr willkommen. Die instrumentalisierte
Kreativität ist sozusagen die schnurrende Hauskatze auf
dem Sofa. Die andere Form der Kreativität - der Tiger
- erschreckt uns zu sehr - weil wir das, was dabei entsteht
entweder nicht verstehen, oder weil es unsere Sicherheit bedroht.
Wir halten uns gerne ans Altbewährte, Kreativität
hingegen erzeugt neue Lösungsansätze. Neue Wege
zu gehen erfordert die Bereitschaft zur Veränderung,
die wiederum erzeugt Unsicherheit und Angst. Und schon sind
wir im Widerstand. Also lieber nicht so kreativ sein?
Ich
wage zu behaupten, dass niemand ernsthaft kreativ sein kann,
ohne Gefahr zu laufen, sich am Rand der Gesellschaft wieder
zu finden. Künstler bewegen sich oft auf einem sehr schmalen
Grat oder stehen ganz bewusst außerhalb. Sie haben ihren
ganz eigenen Ruf, nicht immer den besten. Getreu dem Motto
"ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich's weiter ungeniert",
erlaubt sich der Künstler mehr als der so genannte Normalbürger.
Und genau das ist der springende Punkt an der Kreativität.
Die meisten Menschen sind nicht bereit, die unausgesprochenen
Grenzen zu überschreiten. Wie weit oder eng diese Grenzen
sind, ist individuell verschieden. Wer in seiner Familie nur
Hohn und Spott erntet, wenn er einen Pinsel in die Hand nimmt
oder in der Badewanne singt, hat es deutlich schwerer kreativ
zu werden, als jemand, dessen kreative Impulse willkommen
sind.
Jeder
Mensch ist kreativ. Wenn er es sich erlaubt. Dazu gehört
auch der Mut, Widerstände zu ignorieren oder zu überwinden.
Ähnlich
ging es Osho. Viele kennen ihn unter dem Namen Bhagwan. Er
war zu Lebzeiten sehr umstritten und es gab viel negative
Schlagzeilen um ihn. Tatsächlich wurde Osho jedoch vom
Dalai Lama als Weiser anerkannt. Wenn man sich die Niederschriften
seiner Vorträge einmal genauer anschaut, findet man dort
einige höchst interessante Aussagen. Das Büchlein
"Kunst kommt nicht von Können - Über Kreativität"
würde ich gerne jedem Interessiertem ans Herz legen,
doch leider ist es derzeit vergriffen. Wenn es eine Neuauflage
geben sollte - holen Sie sich eines dieser Büchlein.Auf
der nächsten Seite finden
Sie einige Zitate aus diesem Buch.
Auf
der übernächsten Seite
finden Sie weitere Zitate aus verschiedenen Quellen und Links.
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