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Wird
nun die Sinnfrage gestellt, und wendet sich jemand neuen oder
gar spirituellen Themen zu, wird dies von den Menschen aus
dem Umfeld als Bedrohung empfunden. Der eigene Status,
die eigene Sicherheit wird als gefährdet erlebt. Häufig
ist das auch so, denn meistens wird die Sinnfrage dann gestellt,
wenn sich ein Mensch in einer Situation befindet, die für
ihn/sie nicht mehr angemessen oder gar unerträglich erscheint.
Das kann zum Beispiel daran liegen, dass jemand viel zu lange
Umstände ertragen hat, die er/sie eigentlich nicht ertragen
wollte oder will. Dieser Jemand ist nun im Begriff sein Leben
zu verändern: das kann ganz behutsam geschehen
und völlig unspektakulär verlaufen - manche Menschen
versuchen aber auch energisch auszubrechen. Die Folge
wird sein, dass das Umfeld versucht, ihn/sie wieder zur
Vernunft zu bringen.
Für
den Suchenden ist dieser Moment ebenfalls kritisch - denn
er/sie befindet sich nicht nur in einer labilen Phase,
sondern ist gleichzeitig massivem Druck ausgesetzt.
Das persönliche Wohlbefinden kann sich verschlechtern,
es kann zu einer Lebenskrise kommen, in der dann erneut
Hilfe von außen gesucht wird - und die manchmal auch
dringend erforderlich ist.
Angst
vor Sekten und Gehirnwäsche
Hat sich der Suchende einer Gemeinschaft angeschlossen, die
sich in irgendeiner Form religiös oder spirituell betätigt,
kann es passieren, dass eine solche Gemeinschaft oder ein
Coach vom Umfeld zum Feind deklariert wird. Der Ärger,
der sich eigentlich auf die Person richten müsste, die
ihr Leben verändert, wird auf die "dritte Partei"
verlagert. Dieser Dritte im Bunde wird dann dafür verantwortlich
gemacht, dass der Suchende auf die Suche gegangen ist, und
es wird angenommen, dass diese Dritte dem Suchenden seine
Ideen aufzwingt. In Wirklichkeit handelt es sich dabei jedoch
in den allermeisten Fällen um eine klassische Projektion.
Die Leute, die die dritte Partei bekämpfen, wollen im
Grunde genommen genau das, was sie dieser Partei vorwerfen:
sie wollen, dass der Suchende das tut und so denkt, wie sie
es möchten. Es ähnelt dem Drama, das sich abspielt,
wenn ein Partner fremdgeht. Kein Außenstehender würde
einer so alltäglichen Begebenheit Aufmerksamkeit schenken.
Verläßt jedoch eine Frau oder ein Mann die Familie,
nachdem sie ein Persönlichkeitsentwicklungsseminar besucht
hat, ist das (öffentliche) Geschrei ziemlich groß.
Dies
ist kein Plädoyer für zwielichtige Gestalten und
Gruppierungen, die es zweifelsohne gibt. Es ist nur der Versuch
zu erklären, was selbst ausgebildeten und völlig
unbescholtenen Psychotherapeuten oder Therapiegruppen widerfahren
kann.
Worauf
Sie achten sollten...
Wenn Sie sich auf die Suche begeben haben oder wollen, achten
Sie darauf, dass Sie Ihr Umfeld - Ihre Familie, Partner und
Freunde - in diesen Prozess mit einbeziehen. Gehen Sie mit
sich selbst und den anderen behutsam um. Überstürzen
Sie nichts. Treffen Sie keine voreiligen Entscheidungen. Halten
Sie den Dialog aufrecht und versuchen Sie, den Menschen zu
vermitteln, was Sie in Ihrem Inneren bewegt. Aus diesem Dialog
können sich neue wertvolle Impulse für Ihre persönliche
Weiterentwicklung ergeben, so dass Sie gar nicht auf fremde
Hilfe angewiesen sind. Wenn es Ihnen im bisherigen Umfeld
weiterhin an den geeigneten Gesprächspartnern fehlt,
können Sie sich über Diskussionslisten im Internet
mit Gleichgesinnten risikolos austauschen. Über einen
anonymen Email-Account können Sie in verschiedene Gruppen
hinein schnuppern und ein Gespür dafür bekommen,
ob Sie in einer solchen Liste gut aufgehoben sind oder nicht.
Wenn Sie sich für einen Coach oder eine Meditationsgruppe
oder dergleichen entscheiden, vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl
- wenn Sie sich nicht wohl fühlen, wenn Sie auch nur
den kleinsten Verdacht hegen, selbst wenn er völlig unbegründet
sein sollte, bleiben Sie weg oder trennen Sie sich von Ihrem
Coach. Eine gute Gruppe oder ein guter Coach wird dafür
Verständnis aufbringen. Es kann auch sein, dass man ein
paar ernste Worte zu Ihnen sagt, über die Sie nachdenken
können, aber nicht müssen. Sie können Ihre
Suche jederzeit abbrechen oder beenden.
Wie
es weiter geht wenn Sie weiter suchen...
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