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Glaubenssätze

Man soll nicht sagen:
"Ich Unglücklicher, dass mir das zustossen musste", sondern "Ich Glücklicher, der ich unbekümmert zu bleiben vermag, obwohl mir das zustiess."

Marc Aurel

 
     

Was sind Glaubenssätze?
Glaubenssätze sind Filter, die die Art und Weise, in der wir unsere Umwelt und uns selbst wahrnehmen, in eine bestimmte Richtung lenken.
Es gibt verschiedene Arten von Glaubenssätzen - erlaubende und einschränkende.

Wie entstehen Glaubenssätze?
Es sind Sätze, die wir irgendwann einmal gehört haben, die uns von Eltern, Freunden, Lehrern, in den Medien oder auch in Büchern gegeben wurden, und die wir glauben - egal, ob ihr Inhalt faktisch stimmt oder nicht. Viele Glaubenssätze sind sogenannte Sprichwörter, wie "Reden ist Silber, Schweigen ist Gold". Irgendetwas hat uns zu irgendeinem Zeitpunkt dazu veranlasst, Sätze wie diese zu verinnerlichen. Meist handelt es sich um Bewertungen, die schließlich in ihrer Gesamtheit unsere Einstellung zum Leben widerspiegeln.

Wie wirken Glaubenssätze?
Glaubenssätze wirken im Unterbewußtsein, wie eine Art Programmierung. Meistens sind wir uns nicht darüber klar, dass wir etwas denken, was ursprünglich aus einer fremden Quelle stammt. Wir halten diese Glaubenssätze für unsere eigene Meinung oder das Ergebnis unserer eigenen Erfahrungen. Glaubenssätze erzeugen bestimmte Erwartungen. Werden diese Erwartungen dann nicht erfüllt, sind wir enttäuscht. Durch das Bewußtmachen von Glaubenssätzen ist es möglich, sie und die damit verbundene Erwartungshaltung zu verändern. Dadurch können wir Enttäuschungen vermeiden.

Wofür sind Glaubenssätze nützlich?
Glaubenssätze sind nützlich, um uns in der Welt zu positionieren. Sie verhelfen uns zu einer Überzeugung, sie geben Sicherheit. Und sie verhelfen uns, im Leben das zu erreichen, was wir erreichen möchten. Unser Unterbewußtsein hat die Tendenz uns das zu verschaffen, wovon wir überzeugt sind.

Woran erkennt man Glaubenssätze?
Glaubenssätze verallgemeinern. Sie beginnen häufig mit Wörtern wie immer, nie, grundsätzlich, alle, jeder. Viele Redensarten und Sprichwörter können zu Glaubenssätzen werden: Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach usw.

Beispiele für (leicht zu erkennende), einschränkende Glaubenssätze:

  • Wer schön sein will, muss leiden.
  • Das Leben ist schwer.
  • Ich muß mich immer anstrengen.
  • Von nichts kommt nichts.
  • ...

Beispiele für erlaubende Glaubenssätze:

  • Alles ist möglich
  • Das Leben ist ein Abenteuer
  • Mir fällt das Glück in den Schoß
  • Alles geht wie von selbst
  • ...

Manchmal haben wir auch Glaubenssätze, die einander widersprechen.

  • Erfolgreiche Menschen sind glücklich
  • Erfolg ist nicht alles im Leben
  • Erfolgreiche Menschen haben viel Geld
  • Geld allein macht nicht glücklich

Man kann sagen, dass wir uns durch bestimmte Denkweisen "programmieren". Wenn wir einen Computer mit widersprüchlichen Befehlen füttern, wird das Programm langsamer oder es stürzt ab. Die Vorgänge in unserem Inneren sind erheblich komplexer, daher fällt es uns nicht sofort auf, wenn wir Widersprüchliche Denkmuster haben. Unzufriedenheit und Misserfolg im Leben kann jedoch das Ergebnis einer ungeschickten "Programmierung" sein. Sie müssen jetzt deshalb nicht gleich Ihre Festplatte formatieren (das käme einer Gehirnwäsche gleich). Aber Sie können jederzeit Einfluss darauf nehmen, welche dieser Mini-Programme Sie behalten und welche Sie deinstallieren. Anders gesagt: Das, was Sie denken, bestimmt Ihr Handeln - und mit Ihrem Handeln nehmen Sie Einfluß auf das, was Sie im Leben bekommen. Daher ist es auch sehr wichtig, vor der Arbeit mit Glaubenssätzen einige Zeit und Gedanken in Ihre persönlichen Werte und Ziele zu investieren und diese möglichst präzise zu formulieren. Wenn Sie in einen Laden gehen und nur einen "Teller" verlangen, kann es sein, dass Sie nicht etwa mit einem Porzellan- sondern mit einem Pappteller herauskommen.

Das Buch "Bestellungen beim Universum" ist nicht umsonst ein Bestseller. Inzwischen gibt es ein Nachfolgewerk mit dem Titel: "Reklamationen beim kosmischen Bestellservice". Ich brauche es nicht zu lesen, denn: Bestellungen beim Universum können Sie abgeben so viel Sie wollen. Wenn diese Bestellung Ihren innersten Glaubenssätzen, von denen Sie wahrscheinlich nur die wenigsten kennen, widersprechen, dann wird das Universum leider nichts oder etwas anderes liefern als Sie denken. Das Universum macht keine Falschlieferungen. Es liefert genau das, was Sie in Ihrem Unterbewußtsein haben. Es nützt herzlich wenig, sich einen Zettel an den Spiegel zu kleben, auf dem steht "Ich bin schön!", wenn Sie beim Blick in den Spiegel zusammenzucken. Es geht nicht um das, was Sie denken, sondern auch um das, was Sie im tiefsten Innersten fühlen.

Kopf und Bauch
Woran erkenne ich, ob ich denke oder fühle?

Der einzige Ausweg ist: genaues Hinschauen. Machen Sie das Unterbewußte bewußt. Was denken Sie wirklich? Was fühlen Sie dabei? Wovon sind Sie überzeugt? Wenn Sie bewußt und achtsam leben, brauchen Sie keinen kosmischen Bestellservice mehr, denn Sie bekommen automatisch was Sie brauchen. Das ist übrigens schon jetzt so. Auch Probleme, an denen wir knabbern, sind Auslieferungen des "kosmischen Bestellservice". Die Adresse für Reklamationen ist Ihre eigene. Die Wahrheit ist manchmal unbequem. Aber vielleicht ist auch das nur ein Glaubenssatz! ;-)

Wie kann man mit Glaubenssätzen arbeiten?
Sie haben es eben schon bemerkt:

  • Stellen Sie alles in Frage, was Sie bisher glaubten*
    Sie werden nach anfänglicher Verunsicherung vielleicht feststellen, dass das unglaublichen Spaß macht!
    Die Zauberfrage lautet: "Ist das wirklich so?" und "Was wäre, wenn es nicht so wäre?" Kinder beherrschen diese Kunst besonders gut - zumindest so lange, bis man ihnen die "blöde Fragerei" verbietet und sie mit Glaubenssätzen füttert, damit sie einen nicht ständig nerven...
  • Machen Sie eine schriftliche Liste
    mit allgemeinen und Ihren ganz persönlichen Glaubenssätzen
  • Lesen Sie die Sätze
    einen nach dem anderen und achten Sie auf das Gefühl, das Sie dabei im Körper haben. Ist es ein Gefühl von Enge oder eher ein Gefühl von Weite?
  • Ergänzen Sie diese Liste ständig
    und überprüfen Sie jeden einzelnen Satz, ob er Sie eher motiviert oder demotiviert
  • Den Ursprung finden
    Wenn Sie demotivierende Sätze finden, überlegen Sie, wo, wann und von wem Sie diese Sätze besonders häufig hören oder gehört haben
  • Entscheiden Sie, ob Sie diesen Satz weiterhin behalten möchten
  • Umformulieren
    Formulieren Sie alle demotivierenden Sätze neu, so dass Sie sich damit wohl fühlen.

Buchtipps:
Moritz Börner: Byron Katies The Work. Der einfache Weg zum befreiten Leben
Harry Palmer:  Die Kunst befreit zu leben

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