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1. Kommunikation ist ein Kreislauf

Keiner ist schuld
und
Jeder ist verantwortlich

Es hat wenig, Sinn, bei Kommunikationsproblemen danach zu fragen, wer schuld hat oder wer angefangen hat. Das bringt einen zum ersten der Lösung des Problems nicht näher und zum zweiten sind immer alle Beteiligten gemeinsam für den Verlauf einer Kommunikation verantwortlich.
Besser ist es, danach zu suchen, was man selbst zu einem befriedigerenden Verlauf einer Kommunikation beitragen könnte. Man hat immer die Chance, aus einem negativen kommunikativen Kreislauf auszusteigen und ihn anders zu gestalten

Beispiel: Man kann sich das an einem Ehepaar deutlich machen, das sich schon seit Jahren streitet.
Sie sagt: Er kommt nie rechtzeitig nach Hause. Immer muß ich auf ihn warten und das Abendessen wird kalt...
Er sagt: Immer motzt sie, wenn ich nach Hause komme. Das treibt einen ja richtiggehend in die Kneipe...

Beide haben recht und beide könnten etwas dazu beitragen, damit sich das Verhältnis wieder verbessert. Er könnte z.B. anrufen, wenn er später kommt und ihr bewußt seine Anerkennung für ihre Tätigkeit zeigen. Sie könnte ihn, wenn er spät nach Hause kommt, zunächst einmal fragen, wie es ihm geht und ihm zeigen, daß sie seine Probleme versteht und seine beruflichen Anstrengungen anerkennt.

2. Kommunikation ist nicht eindeutig

Das "Mißverständnis" ist der Normalfall
(Übung:"Stille Post")

Wenn man sich vor Augen führt, was geschieht, wenn zwei miteinander sprechen, wird schnell deutlich, daß die Idee, die man ursprünglich im Kopf hat, sich schon bei der Formulierung verändert.

Umso mehr verändert sich die ursprüngliche Idee, wenn die Worte beim Gesprächspartner ankommen, und dieser sich sein eigenes Verständnis bildet. Zwei Menschen werden nie das gleiche Wissen, die gleichen Erfahrungen, Haltungen und Stimmungen haben. So wird das, was der eine sagen will und was der andere versteht, niemals das gleiche sein können. Je unterschiedlicher zwei Menschen sind, desto unterschiedlicher wird auch das sein, was sie sich unter den gleichen Worten vorstellen.

Da wir aber alle Menschen sind, wird sich das, was wir verstehen, auch gleichen - zumindest ungefähr. Ist nun dieses ungefähre Verstehen, dieses "mißverstehen" nur unangenehm? Sicherlich nicht, wenn man auch die andere Seite der Medaille bedenkt: Die Menschen haben - im Gegensatz zu Maschinen oder Ameisen - Freiheitsgrade in ihrem Denken und in ihrer Sprache. Nur diese Freiheitsgrade erlauben Individualität. Nur dadurch können wir kreativ sein, uns weiterentwickeln und dazulernen.

Das menschliche Denken ist ein dauerndes Weiterentwickeln und Erproben genau an den Unterschieden, die uns oft so ärgern.

3. Kommunikation findet IMMER auf mehreren Ebenen statt.

Das gilt auch für Besprechungen, in denen die Spielregel lautet: "Wir sind hier nur sachlich"' Man kann sich die unterschiedlichen Ebenen der Kommunikation an folgendem Beispiel deutlich machen: Stellen Sie sich vor, Mann und Frau sitzen zusammen im Auto. Die Frau steuert den Wagen. Der Mann sagt: "Die Ampel ist grün".

Was kann das, was er sagt, bedeuten?

  • Sachebene
    Der Mann teilt der Frau mit, die Ampel ist grün ...

  • Selbstoffenbarungsebene
    z.B. der Mann teilt der Frau mit, daß er am Fahrgeschehen interessiert ist. oder, daß er sich als aufmerksamen, guten Fahrer empfindet, oder, daß er es eilig hat

  • Beziehungsebene
    z.B. der Mann teilt der Frau mit, daß er ihr überlegen ist, d.h. daß sie sich nicht so gut im Straßenverkehr zurechtfindet wie er,...

  • Appellebene
    z.B. der Mann teilt der Frau mit, daß sie losfahren soll

Je nachdem, welche Ebene die Frau stärker wahrgenommen hat, könnte die Frau unterschiedlich reagieren:

  • Sachebene
    Die Frau sagt z.B.: Ja, die Ampel ist grün ... ( in ruhigem, sachlichen Tonfall)
  • Selbstoffenbarungsebene
    Die Frau sagt z.B.: Ich finde es schön, daß Du auch mit auf den Straßenverkehr achtest, oder: Ich weiß, daß Du es eilig, hast!
  • Beziehungsebene
    Die Frau sagt z.B.: Ich bin genausogut wie Du in der Lage Auto zu fahren'
  • Appellebene
    Die Frau sagt z.B.: Meinst Du, daß ich noch schnell Gas geben soll oder sie fährt einfach los

Man sendet auf allen vier Ebenen, aber man empfängt auch auf allen vier Ebenen. Zumindest sollte das der Fall sein. Viele von uns sind auf 3 Ohren taub und dafür auf einem überempfindlich.

Anwendung:
Wenn man darauf achtet, auf welchem Ohr man selbst vor allem hört bzw. auf welcher Ebene die Menschen reagieren, mit denen wir tagtäglich zu tun haben, kann man manchen Mißverständnissen und störenden Verhaltensweisen leichter entgegenwirken.

 

Buchtipp:

Miteinander reden 1 von Friedemann Schulz von Thun

 

Wichtig für die Kommunikation ist richtiges Feedback.

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